Die Griller-Killer

Andreas Hochmair AutorWirft man einem Österreicher das Wort „Skisport“ zu, wird er – nach wie vor – „Hermann Maier“ antworten, sagt man „Volksrock’n’Roller“, kommt unter Garantie „Andreas Gabalier“ zurück, und stellt man den Begriff „Sommer“ zur assoziativen Disposition, konnte man stets sicher sein, dass mit allerhöchster Wahrscheinlichkeit das Wort „Grillen“ widerhallen würde – bis vor kurzem jedenfalls.

Barbecue im teuren Schuh
Denn seit neuestem setzt die Praxis einer semiurbanen, wirtschaftlich erfolgreichen Klientel mittleren Alters die alteingesessene Grilltradition gehörig unter Druck: Die Smoker- und Barbecue-Aficionados sind hierzulande auf dem Vormarsch und stellen die beschauliche Welt eines jeden braven Grillmeisters schonungslos auf den Kopf. Gearbeitet wird nicht mehr mit freiem Oberkörper, sondern im aufgeknöpften und hochgekrempelten Maßhemd, wobei Schürzen erlaubt sind. Die Vertreter der neuen Generation tragen keine schnalzenden Holzpantoffeln, sondern Mokassins von Tod’s oder Sneakers von New Balance.

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Rub, mop, smoke
Sie vermeiden Begriffe wie Rinderbrust, Ripperl und Schweineschulter und sagen stattdessen Beef Brisket, Spareribs und Pulled Pork, die vom religiösen Kern der Bewegung als „Holy Trinity des Barbecues“ bezeichnet werden. Zum Einreiben genügt keine herkömmliche Gewürzmischung, es bedarf schon eines individuellen „Rubs“ sowie eines saftigen „Mops“, um Aromen in die kiloschweren Bratenstücke hineinzumassieren. Gegart werden die Fleischberge im heißen Rauch eines hyperexklusiven Smokers bei Niedrigtemperatur – so, und nur so, entspricht das Ergebnis den hohen Erwartungen der Aficionados, während der gute alte Griller in einer stillen Ecke des Gartens traurig vor sich hin rostet.
Derweilen die Herren der Schöpfung ihren Fetischen frönen, steuern die Damen in duftigen Sommerkleidern Ottolenghi-Salate und eisgekühlte Aperitifs auf Champagner- oder Wermutbasis bei.

Auch die Nachbarschaft am Welser Ostrand liegt mittlerweile im wohlig-heißen Barbecue-Fieber. Morgen findet ein Event bei uns in der Straße statt. Ich bin nicht eingeladen, was natürlich keinen noch so geringen Einfluss auf diesen Beitrag ausgeübt hat.

Frühlingseinbruch

Andreas Hochmair AutorDie Buxbaum-Hecke von Nachbar Franz und die Liguster-Hecke von Nachbarin Ilse grenzen unmittelbar aneinander. Die Hecke vom Franz ist so exakt getrimmt, dass man eine Wasserwaage an ihr eichen könnte. Die Hecke von der Ilse ist allerdings noch viel gerader. Franz und Ilse stehen einander gegenüber und stutzen mit großen Scheren und chirurgischer Präzision ihre Formgehölze zurecht.

„Waren S’ bei der Eröffnung?“, murmelt der Franz konzentriert. „Bei welcher Eröffnung?“, fragt sie zurück, ohne von der Arbeit aufzusehen. „Na von dem neuen Lokal.“ Indem sie einen Ligusterzweig abzwickt: „Von welchem Lokal denn?“ „Irgendwas mit Zeit. Unten an der Traun. Bei der Eisenbahnbrücke“, präzisiert der Franz. „Sie verkaufen dort Bier in Flaschen aus gebürstetem Aluminium!“„Dort wo die schiachen Hallen vom Messegelände sind? Wer soll denn da hingehen?“, gibt die Ilse schnippend zu bedenken. „Na ja, die Leute! Der Sinn von einem Lokal ist ja auch, etwas Schiaches schöner zu machen – es zu beleben. Belebungsprojekt nennt man das“, doziert der Nachbar. „Versteh’ ich nicht. Ein schiaches Haus, in das ich ein schönes Zimmer einbau’, bleibt am Ende immer noch ein schiaches Haus.“ „Gehen S’, Sie“, entfährt es dem Franz, „mit Ihren g’scheiten Vergleichen! Sie würden am Ende das ganze Messegelände wegreißen und wahrscheinlich irgendwo am Flughafen wieder aufbauen.“

Die Ilse unterbricht ihre Schneidearbeit und überlegt kurz: „Warum nicht? Das wär’ vielleicht das G’scheiteste.“ Für heute reicht es dem Franz: „Ich muss noch mein Auto heraussaugen, bevor es zu regnen anfängt. Wiederschaun!“ Er dreht sich um und lässt seine Nachbarin hinter ihrer Ligusterhecke stehen. „Wiederschaun!“ ruft diese ihm nach und lächelt. Als sie sicher ist, dass er es nicht sieht, trimmt sie mit einem blitzschnellen Schnitt einen abstehenden Zweig von seinem Bux zurecht.

Ball der Bälle

In einer Turnhalle nahe der Traun wird langjährigen Traditionen gemäß, Fasching gefeiert. Maskentechnisch ist alles vor Ort, was im öffentlichen Leben Rang und Namen hat: Wir begegnen Bertha von Suttner, die ein Kleid aus aufgenähten Tausend-Schilling-Scheinen trägt, ebenso wie Ludwig van Beethoven, in weißen Handschuhen, violettem Wams und mit einwandfrei ondulierter Perücke.

Neben zig anderen Kostümen befinden sich auch Werner Faymann, Michael Spindelegger und Norbert Hofer in der Menge. Spindelegger erkennt man an einer riesigen, weit aus dem Gesicht ragenden Gumminase, während der grau melierte Alias-Faymann in dunklem Anzug staatsmännisch winkt und mit gepresster Stimme allenthalben „Grüß Gott!“ ruft. Derweilen lächelt Norbert Hofer, einen rotweißrot lackierten Gehstock in der Rechten und ein Glas Bier in der Linken, breit in alle Richtungen. Seine minutiös aufgeföhnte Haartolle geht bei jedem Schritt mit und schwingt zurück.

Wir passieren die berüchtigte Gerätekammer der Turnhalle, in der bereits vor Mitternacht intensiv Zärtlichkeiten unter den erhitzten Narren ausgetauscht werden. Vorne auf der Bühne schmettert ein stark in Mitleidenschaft gezogener Fanfarenzug irgendeinen Höhepunkt des Abends ein, den viele bereits nicht mehr mitbekommen. Es ist ein rauschendes Fest. Zu später Stunde tritt plötzlich Ludwig van Beethoven auf den Plan und bekennt freimütig: „Ich gestehe, ich kann nicht mehr.“ Dann legt er sich an Ort und Stelle hin und schläft in der Sekunde ein. Faymann, Spindelegger und Hofer, selbst nicht mehr in Höchstform, helfen kurz zusammen und betten den Klassiker auf eine etwas weniger zentral gelegene Matte. Danach geben sie sich wieder den Festivitäten hin.
Wie man sich tags darauf unter den Narren erzählt, war niemand an diesem Abend als Norbert Hofer verkleidet gewesen. Die Maske des Mannes musste echt gewesen sein.

Schnee mit „W“

Der Franz ist ein Nachbar, wie man ihn sich wünscht: Freundlich, hilfsbereit, gute Ansichten, unaufdringlich. Man kann mit ihm über den Zaun hinweg über Politik reden, Sachfragen zu Winterbereifung und Heiztechnik klären, aber auch Probleme der Gartenpflege und sogar Themen der Kunst abhandeln. Vor ein paar Tagen haben wir uns beispielsweise über das brandneue Welser Stadt-Logo unterhalten. „I bin scho gspannt, wos do außerkummt“, hat der Franz gemeint. „Ich auch“, habe ich gesagt.
Wenn der Franz mit seinem ganzjährig strahlend weißen Auto aus seiner tipptopp gepflegten Einfahrt fährt, winkt er amikal, und kehrt er Stunden später wieder nach Hause zurück, wiederholt sich das freundliche Ritual.

Der Franz ist ein „Overperformer“ im Haushalts-, Garten- und (wohl auch) im beruflichen Bereich: Jetzt in der kalten Jahreszeit ist etwa sein Gehsteig um sechs Uhr morgens bereits vollständig geräumt. Während man selber noch in einer Art Aufwachstarre liegt, hört man draußen, wie sich eine Schneeschaufel mit dumpfem Kratzen ihren Weg durch das frisch gefallene Weiß bahnt – der Franz! Gegen acht, wenn man endlich selbst zum Gerät greift, gleitet er frisch geduscht und wie aus dem Ei gepellt in seinem in- und auswendig sauberen Auto vorüber, grüßt herzlich und lässt einen alt aussehen.

Gestern in der Früh plötzlich ein anderes Bild: Einfahrt und Gehsteig des emsigen Nachbarn um acht noch voller Schnee. Ein Unglück? Wie ich mich besorgt ans Schaufelwerk mache, tritt der Franz, der auf mich gewartet hatte, ins Freie: „I muass dir wos zeign!“ Er nimmt seine Schneeschaufel und schippt ein riesiges „W“ in seine Einfahrt. „Scho g’segn? Des is außerkumma! Do hätten’s glei mi frogn können.“ Dann legt er mit vollendeter Technik den Gehsteig frei.

Herbstmarkt

Auf dem Welser Wochenmarkt herrscht geschäftiges Treiben. An der zugigen Ecke im Außenbereich, unter deren Überdachung der Fischhändler seines Amtes waltet, haucht gerade eine Bachforelle nach einem gezielten Hieb ihr Leben aus. Schräg vis-à-vis werden von bedächtig bedienenden Mädchen zum Anbeißen schöne Himbeeren verkauft. „Serwas, grias di!“, tönt es allenthalben hin und „Grias di, serwas!“ wieder zurück. Der Welser ist gut drauf, na und die Welserin erst recht. Die Most-, Bier und Getränkestände in der Halle sind folgerichtig bestens besucht, und bei den unterschiedlichen Fleisch- und Gemüsehändlern wird lautstark fürs Wochenende eingekauft.

„G’herts ehs zamm?“, kreischt eine tonnenförmige Hühnerteileverkäuferin in weißer Schürze zwei Männern (offenbar Vater und Sohn) zu, während sie ihnen die Ware ausfolgt. „Na, ehs hobts jo kan Besen dabei!“, gibt sie selbst die Antwort und bricht in ein kirrendes Gelächter aus, das im Umkreis von 20 Metern zu hören ist.

An einem langgestreckten Stand, hinter dem in appetitlich drapierten Schütten Gemüse angeboten wird, gähnt eine in der Schlange wartende Frau Anfang vierzig. „Halten Sie denn nie die Hand vor?“, wird sie von einem Mann hinter ihr angesprochen. Die Frau erschrickt heftig und bekommt einen knallroten Kopf. „Jetzt bin i erledigt!“, klagt sie, als sie den Mann erkennt. „Jetzt kumm’ i sicher in Ihr’ Kolumne, und a rote Birn’ hob i a nu dazu – furchtboar!“ Der Mann, ein hiesiger Gesellschaftsredakteur, beschwichtigt: „Ich bitt’ Sie, über so etwas schreibe ich doch nicht!“ Beide lachen und verabschieden sich. Ein paar Meter weiter beim Moststand Meier zückt der Redakteur dann tatsächlich ein Büchlein, in das er verstohlen Notizen macht.

Umdrehen verboten!

Von der beschaulichen Raimundstraße, biegt ein grauer Van links in die ebenso beschauliche Herderstraße ein. Dort ist rechter Hand ein Haus, bei dem Vorsicht geboten ist. Seine Tücke entschleiert sich der Van-Pilotin bei einem Wendemanöver, nachdem ihre Vorderreifen die ersten Pflastersteine der Garageneinfahrt berührt haben. Als wäre dort ein Sensor verborgen, schnellt der Herderstraßen-Hausbesitzer hinter einem akkurat getrimmten Hibiskus-Büschchen hervor.

„Wos moch’n Sie denn do?“, fragt er angriffslustig. „Umdrehen“, antwortet die Frau aus dem Van. „Owa net do.“ Der Mann im blütenweißen Feinripp-Unterziehshirt stützt seine Arme auf einen gemauerten Zaunpfahl, während er zeitgleich versucht, das Kennzeichen des Vans zu entziffern. „I sog Ihna a warum: Mit dem schweren Auto und Ihrer Servolenkung moch’n Sie die ‚Schtruktur’ vom Pflosta kaputt!“, doziert er allen Ernstes. „Entschuldigung“, lenkt die Pilotin ein, „wird nicht wieder vorkommen.“ „Nix da, so einfach kommen’s net davon. I zeig’ Sie natürlich an, damit Sie sich’s merken.“ „Komm’ fahr weiter, lass’ den“, meldet sich erstmals der Beifahrer der Van-Pilotin zu Wort. „Na wenn’s mir blöd kumman, moch’ i die Anzeige mit Vergnügen“, läuft der Mann im Unterhemd heiß und äugt nochmals nach der Autonummer. „Wenn’s dann die Pappn halten, wunderbar!“, droht der Konflikt nun zu eskalieren. Ein beherzter Tritt der Pilotin auf das Gaspedal des Vans befördert die beiden schließlich aus der Gefahrenzone.

Am nächsten Tag ist quer über die Einfahrt eine Kette gespannt, von der ein Schild mit der Aufschrift „Umdrehen verboten!“ baumelt. Hinter der Kette mitten auf dem liebevoll verlegten Pflaster hat ein Hund ein dampfend frisches Andenken hinterlassen. Das Tier wird wohl mit einer Anzeige rechnen müssen.

Sommer am See

Auf den Vorplatz des Wirtshauses im Salzkammergut brennt die Sonne mit einer Unerbittlichkeit, dass man alleine vom Hinsehen dehydrieren möchte. Kein einziger Baum schützt den betonierten „Gastgarten“ vor der brütenden Hitze. Die Wirtsleute haben stattdessen ein Dach aus Sonnenschirmen mit gelb-weißen Stoffbahnen installiert, das Gästen Schutz vor Verbrennungen und Hitzschlägen bieten soll. Den Parkplatz dahinter dominieren Auto- und Motorradkennzeichen aus Wels und Umgebung.

Unter dem Stoffdach herrscht ein eigenes Klima: Das Sonnenlicht blendet in einem kräftigen Orange durch die Stoffbahnen hindurch, während die Luft stillsteht als hätte jemand die Zeit angehalten. Von bestimmten Plätzen der Terrasse genießt man einen wunderbaren Blick auf das türkise Wasser des Sees, von anderen wiederum muss man sich mit der rückwärtigen Ansicht des Hotels Agnes begnügen.

Die Leute unter dem Dach sind schweißverklebt und leiden Hitze, schrecken aber vor dem Genuss deftiger Speisen keineswegs zurück. Ein älterer Mann in kurzen Hosen und mit beigem durchfeuchteten Hemd lässt sich entkräftet am Nebentisch nieder. Eine Tragetasche, auf der „I love Welser Volksfest steht“, legt er behutsam neben sich ab. Als die Kellnerin kommt, um seine Bestellung entgegenzunehmen, sagt er mit dünner Stimme: „Ein halbes Kilogramm Bier bitte.“ Zwei Minuten später nimmt er das Getränk in Empfang, setzt es routiniert an und trinkt es in einem Zug aus. Dann stellt er das leere Gebinde zurück auf den Tisch, und man kann beobachten, wie die Lebensgeister des Mannes sukzessive zurückkehren. „Einmal Cordon bleu und noch ein halbes Kilo“, ordert er gestärkt weiter und seine elfenbeinfarbenen Unterschenkel gleißen strahlend in der Mittagssonne.

Der Anruf

Joe Bacher sitzt an seinem Schreibtisch in der Welser Zweigstelle einer Versicherung und arbeitet gemächlich vor sich hin. Vor ihm ein großer Computer-Bildschirm, der den Joe fast vollständig verdeckt. Hinter ihm ein Radiogerät, aus dem man einen aufgekratzten Ö3-Moderator und seinen weiblichen Sidekick dahinschnattern hört. Der Joe will gerade Kaffeepause machen, da läutet sein Mobiltelefon, auf dem eine ihm unbekannte Nummer erscheint.

Joe (auf das Sprechsymbol tippend): Hallo?
Anrufer (getragen, mit tiefer Stimme): Ser-was.
Joe: Wer spricht denn bitte?
Anrufer (nach einer kurzen Pause): Da Bernd.
Joe: Welcher Bernd denn?
Bernd (extrem langsam gesprochen): Da Wehofer.
Joe (erfreut): Servus Bernd!
Bernd: Serwas.
Joe: Was gibt’s?
Bernd (verzögert): Du…?
Joe: Ja?
Bernd (nach einer neuerlichen Pause): Wer spricht denn dort?
Joe (lacht): Na ich, der Joe!
Bernd (unverzüglich und laut, aber weiterhin langsam): Jo eh, oba wöcherna? I hob zwoa Joes bei mir eing’speichert, beide ohne Nochnaum’.
Joe (kopschüttelnd): Na, der Bacher Joe!
Bernd (mit einer unendlichen Ruhe): Aha, dann kenn’ i mi aus.
Joe: Gibt’s sonst nu wos?
Bernd: Na. Pfiati. Man hört ein Klicken in der Leitung.
Joe: Na dann, serwas! Legt ebenfalls auf.

Im Radio kündigt der Moderator ein Telefon-Gewinnspiel an („Jetzt anrufen, nach der Werbung ist es wieder so weit!“), aber der drehbare Stuhl vom Joe ist leer und sein Besitzer längst in der Kaffeeküche verschwunden.

Die Hex

Ein Gebrauchsgedicht für, mit und zu Ehren von Messermachermeister Michael Blank

Bei Blank, dem stillen Wässerchen,
Schlugen wir ein Messerchen.
In des Meisters Schmiedekammer
Sprühten Funken, flog der Hammer.

Aus mattem Stahl in gelber Hitze
Schärften Schneid’ wir und die Spitze.
Und lange vor dem letzten Schliff,
Trieb längsseits Meister Blank den Griff.

Das Heizen, Kühlen, Härten, Schleifen,
Ließ den Hauer mählich reifen.

O heilig-zarte Schmiedehaut!
Wer hätte Blank dies zugetraut?

Nach stundenlanger Heißarbeit,
Liegt ein Ergebnis griffbereit:
Der schwere Feitel, scharf und schön,
Ist recht pässlich anzusehen.

Zur Feuertaufe kurz gebrannt,
Ward der Hauer „Hex“ genannt.

Edel ist das stolze Schmieden,
Bei Hephaist’ doch auch hienieden.

Und Meister Blank, das ist ein Mann,
Der Messer trefflich schmieden kann.

Häfen-Elegie – eine Replique 

„Liebeserklärung an Helmut Elsner“
von Claudia Bandion-Ortner, Bundesministerium für Justiz, Wien Neubau

Lieber Insasse!
Da wir uns nun schon lange kennen,
Will ich Sie heute Helmut nennen.
Mir egal, ob’s Ihnen passt,
Sie wissen ja: Der längere Ast.

Haben Sie sich schon eingelebt,
In das geförderte Projekt?
Gell, es ist nicht ungepflegt,
Ihr Gitter-Stein-Objekt?

Sitzen Sie auch gut im Kasten?
Angeblich sind die Pritschen hart,
Ich bitt Sie, Helmut, tun’s nicht fasten!
Auf Körperfett ruht es sich smart.

Ich hab’s, ich backe einen Kuchen!
(Freilich ohne Einbauteile.)
Ein guter Grund, Sie zu besuchen,
Und wir schwatzen eine Weile.

So Sie spezielle Wünsche haben,
Lieber Helmut, bitte sagen!
Wollen Sie eine Fußmassage?
Wink genügt, schon kommt ein Page.
Verlangt es eine Pediküre?
(Dreimal klopfen an der Türe.)

Oder wollen Sie auf die Schnelle
In die neue Kuschelzelle?
Geben Sie uns flugs Bescheid,
Ihre Ruth hat sicher Zeit.

Helmut, Mensch, Sie waren mein Fall
Nach oben bei der jüngsten Wahl!
Ich dank es Ihnen, Gott erhalt’s,
mit ein paar Jahren Zusatzschmalz!

Sie bleiben uns noch lang erhalten,
Darauf vertrau’ ich maulwurfblind.
Wir werden’s Ihnen so gestalten,
Dass Sie gerne bei uns sind.

Auf den Besuch da freut sich schon,
Ihre Claudschi Bandion!