Audimax Wien – das größte Odachlosenasyl Mitteleuropas

Die Peinlichkeit einer Besetzungsaktion

© Radio FM4 / Markus Zachbauer

© FM4 / Markus Zachbauer

Die Bloghaus-Redaktion kam dieser Tage auf die spontane Idee, einen Blick in das ehrwürdige Audimax der Uni Wien zu riskieren, um den dort vermuteten Studenten-Debatten beizuwohnen. Eine außerordentlich unnütze Idee, wie sich herausstellte – wahrscheinlich ebenso unnütz wie die gesamte Besetzungsaktion -, denn was Bloghaus dort vorfand, spottet jeglicher Vorstellung von einem Studentenprotest.

Die Besetzer, von denen eine mickrige Truppe anwesend war, haben es binnen kürzester Zeit geschafft, den größten Hörsaal der Universität in einen sanierungsbedürftigen Unterstand für Obdachlose zu verwandeln. Im Raum selbst, der über 1.000 Hörer fasst, nichts außer dem Schweigen von rund 15 gelangweilten Demonstranten, vereinzelt unterbrochen durch breiige Hustenanfälle der armen „Sandler“. Die Luft war abgestanden und stank nach kaltem Rauch. Halb herab gerissene Transparente mit verblassten Parolen, dazu Dreck in Hülle und Fülle rundeten das traurige Bild ab.

Der zahnlose Protest hat sich längst verflüchtigt und seinen Schauplatz hinter sich gelassen.

Fragt man die Leute vor Ort, wogegen sich der Studenten-Protest gerichtet habe oder richte, dann erhält man zumeist unterschiedliche Antworten: Gegen Studiengebühren, für bessere Studien-Bedingungen, für den freien Zugang zu den Universitäten, gegen Armut im Allgemeinen und dergleichen mehr. Wie uneins die Studenten bei ihrem Protest sein dürften, lässt sich auch erahnen, wenn man einen Blick auf die eigens eingerichtete Facebook-Seite wirft.
Am merkwürdigsten ist aber der jüngste Kuhhandel, den die Besetzer, denen offenbar die Lust am eigenen Protest schon ein wenig vergangen ist, der Universitätsverwaltung vorschlagen: Sie (die Verwaltung) möge sich um das Wohlergehen der ins Audimax eingezogenen Obdachlosen kümmern, dann wolle man die Besetzung beenden verlautet es aus den Kreisen der Demonstranten. Bei solchen Angeboten nimmt es nicht wunder, wenn den Beobachter der Verdacht einer gewissen „Forderungswillkür“ beschleicht, hinter der Ideen und Ideale, so scheint’s, verschwunden sind.

Bloghaus kommt zu dem Schluss, dass man Besetzer, die nicht artikulieren können, was sie eigentlich wollen, beim besten Willen nicht ernst nehmen kann und empfiehlt den baldigen Abzug aus dem Audimax. Idealerweise nachdem die Damen und Herren hübsch aufgeräumt und sauber gemacht haben.

2 Kommentare

  1. Peinlich ist dieser Blog-Eintrag.

    1. Ist es den Studierenden zu Verdanken, dass diese Obdachlosen jetzt nicht bei minus zehn grad im Freien sind.
    2. Geht es im Protest ja wirklich um ALLE diese Dinge (Gegen Studiengebühren, für bessere Studien-Bedingungen, für den freien Zugang zu den Universitäten, gegen Armut im Allgemeinen und dergleichen mehr) Das ist ja kein Widerspruch – im Gegenteil.
    3. Zum „Kuhhandel“: Das sich endlich jemand um die Obdachlosen kümmert – die sonst nirgends aufgenommen werden solange sie nie in Wien sozialversichert waren – ist eine notwendige aber keine hinreichende Bedingung für eine völlige Freigabe des Audimax, also keine Sorge um die Lust der Studierenden.

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