Die Hex‘ (Gebrauchsgedicht)

© Michael Blank

Vor über einem Jahr traf ich auf einen bemerkenswerten Mann: Michael Blank, ein bildender Künstler, der sich auf das Schmieden von Messerklingen und Beilen spezialisiert hat. Ich absolvierte einen zweitägigen Kurs bei ihm, in dessen Rahmen ein sogenanntes Haumesser entstand. Am Ende des Kurses ersucht Michael Blank seine Schmiedegäste für gewöhnlich, ihm eine kleine Widmung für seine Homepage zu schreiben. Ich nahm den Mund voll und versprach ein Gedicht. Eineinhalb Jahre später war ein klappriges Poem vom Schmieden der „Hex’“ entstanden – denn jedes Messer braucht einen Namen, und das meine heißt eben „Hex'“. Und weil es gar so hübsch ungelenk daherkommt (das Gedicht!), darf ich es mit ausdrücklicher Genehmigung von Chefredakteur Schasroeda hier auf Bloghaus publizieren.

Die Hex‘

(ein Gebrauchsgedicht für, mit und zu Ehren von Messermachermeister Michael Blank, verfasst von Andreas Hochmair in der Nachfolge des Wilhelm Busch)

Beim Blank, dem stillen Wässerchen,
Schlugen wir ein Messerchen.
In des Meisters Schmiedekammer
Sprühten Funken, flog der Hammer.

Aus glattem Stahl mit Feuershitze
Schärften wir die Schneid samt Spitze.
Und noch vor dem letzten Schliff,
Trieben längsseits wir den Griff.

Das Heizen, Kühlen, Härten, Schleifen,
Ließ den Hauer mählich reifen.

O Heilig-zarte Schmiedehaut!
Wer hätte Blank dies zugetraut?

Nach Stunden harter Klopfarbeit,
Lag das Ergebnis griffbereit:
Ein schwerer Feitel – scharf und schön,
Und durchwegs pässlich anzusehen.

Da jeder einen Namen braucht,
Haben wir ihn „Hex“ getauft.

Edel ist das stolze Schmieden,
Bei Hephaist’ doch auch hienieden.

Und Meister Blank, der ist ein Mann,
Der Messer trefflich schmieden kann.

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