Gute Fahrt, Niki!

Ich bin einmal – ohne Scheiß – von Niki Lauda höchstpersönlich mit dem Auto so hergebrannt worden, dass ich beinahe weinend nach meiner Mama gerufen hätte. Ich, damals ein blasser Studiosus, verdiente mir ferial ein paar Kröten als Chauffeur bei Steyr-Daimler-Puch dazu.

Der Vorfall spielte sich nach einer AUA-Lauda-Air-Vorstandssitzung auf der Strecke von Baden nach Perchtoldsdorf ab: „Fau ma nu zum Heirign?“, hat der Niki damals gesagt. „I foahr eich vor.“ Was soll ich sagen? Es war Rush Hour, und der gute Niki ist mit geschätzten „zweieinhalb Kilo“ zunächst über die stark befahrene Bundesstraße und dann in einem fein gezirkelten Drift über den Autobahnzubringer auf die A2 gebrettert. Als ich bereits weit abgeschlagen auf der Brücke des Zubringers war, konnte ich gerade noch sehen, wie sein silberner Mercedes in unvorstellbarem Affentempo und im Zick-Zack-Kurs auf der freitagnachmittags extrem dicht befahrenen Südautobahn am Horizont verschwand.

Wie ich nach etwa eineinhalb Stunden beim betreffenden Heurigen eintraf (Navi gab’s noch keines in meiner Limousine), wo mein bonziger Interimsboss, der beim Niki mitgefahren war, bereits mächtig Schweinernes und Käse einschnitt, sagte eine spöttische Stimme unter einem roten Kapperl hervor: „Na, hamma di leicht a bisserl abg’hängt?”

Herzlichen Dank Niki Lauda für die unzähligen dramatischen Jugend- und Kindheitserinnerungen, und gute Fahrt auch weiterhin!

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