Eine App gegen das schottische Alkoholproblem

Sieht man sich die aktuelle, von der schottischen Regierung in Auftrag gegebene App „Drinking Mirror“ an, liegt die Vermutung nahe, dass die Schotten – unvorstellbar oder nicht –  dem Alkohol noch stärker zusprechen als dies hierzulande der Fall ist. Die Regierung ist mittlerweile so besorgt um die Volksgesundheit, dass sie dem Problem mit einer präventiven Applikation zu Leibe rückt. Diese erinnert stark an ein Motiv aus der Märchenwelt und hält den Bürgern eine Art negativen Schneewittchen-Spiegel vor. Die App ist ein Bestandteil der Gesundheitskampagne „Drop a Glass Size“, mit der die Schotten motiviert werden sollen, weniger zu trinken.

Alkohol macht Frauen hässlich
„Drinking Mirror“ veranschaulicht dem trinkfreudigen „Downloader“ ungeschminkt, wie er/sie in zehn Jahren aussehen wird, sofern er/sie seine/ihre Trinkgewohnheiten nicht ändert. Im Grunde kann man die „Genderei“ auch weglassen, denn die App ist vornehmlich an Alkoholikerinnen gerichtet und möchte dort ansetzen, wo es der Frauenwelt vorgeblich besonders wehtut: bei ihrer Eitelkeit.
Unter dem Motto „Meine Liebe, so siehst Du bald aus, wenn Du weiterhin so säufst.“, wird der Zauberspiegel aus Schneewittchen zur Projektionsfläche für ein von jahrelangem Alkoholkonsum geprägtes Antlitz. Rot geäderte Wangen, Krähenfüße um die wässrigen Augen und jede Menge Aufgeschwemmtheit und Gesichtsfett werden gekonnt zum Ausgangsmaterial „hinzugemorpht“.


Schöne sehen anders aus
Bezüglich der männlichen Volksgesundheit scheint man in der schottischen Regierung die Hoffnung aufgegeben zu haben, auch wenn – oder gerade weil – die Männer erheblich mehr trinken als ihre weiblichen Kolleginnen. Offenbar sind die Schotten der (völlig korrekten) Meinung, dass ab einem bestimmten Konsumationsgrad der Faktor Eitelkeit keine Argumentationskraft mehr besitzt. Allerdings, warum sollte dieser Effekt bei Frauen nicht ebenfalls eintreten?
Ausprobieren muss man das Tool freilich auch als Mann, alleine des Testspaßes bzw. -schreckens wegen.

© Bloghaus 2013

Ob sich die Schotten oder auch andere Nationen von dieser Märchen-App motivieren lassen, bleibt abzuwarten. Vielleicht höhlt der stete Tropfen einer derartigen Kampagne ja die granitharten Lebern eingefleischter Gewohnheitstrinker. Fest steht, dass App-Technologien mittlerweile Einzug in sämtliche Lebensbereiche, auch in den der Gesundheitspolitik gehalten haben.

 

2 Kommentare

  1. Hey Bloghaus!

    Ist das ein Vorher- oder ein Nachher-Bild (ich meine das von Euch)? :)

    Grüße Svenny

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