Der Kater Marley: Über das Betteln

Damit wir uns richtig verstehen: Ich bettle nicht. ‚Ist nicht mein Ding, ehrlich nicht. Wenn ich das bei anderen sehe, dann schäme ich mich immer fremd. Alleine, wie das aussieht! Diese Unterwürfigkeit, diese Selbsterniedrigung! Vielen Dank, aber ohne mich. Ich meine, es ist doch bloß eine Frage der Beherrschung.

Ich für meinen Teil, ich sitze bloß da.

Nur für den Fall des Falles …

Gibt es etwas, also fällt etwas ab, gut. Aber wenn nicht, dann ist das überhaupt kein Problem für mich. Ich bleibe eventuell noch ein bisschen sitzen …

 

… und warte einfach ab – ganz ohne Tamtam.

 

Das heißt, natürlich nur, wenn ich Zeit dazu  habe. Es kommt nämlich vor, dass ich beschäftigt bin. Aber wenn nicht, dann ist es doch egal, wo ich sitze. Nicht?

 

Ich bin die Ruhe in Person.

Man darf sich einfach nichts anmerken lassen. Je uninteressierter man sich gibt, desto besser. Aber ich meine irgendwann …

Genug ist genug.

… reicht es. Man darf ein Tier nicht Hunger leiden lassen! Das ist gegen die Genfer Konvention. Hat man mich denn gefragt, ob ich in einen Menschenhaushalt will …? Eben. Umgekehrt war’s: Ich bin geholt worden! Und jetzt bin ich da, und mich hungert …

Jedenfalls, mit ein wenig Sitzfleisch und einer gewissen Kenntnis der menschlichen Psychologie lässt sich einiges erreichen, das kann ich Ihnen versichern. Dazu muss man nicht betteln oder halt nur im Notfall – aber nicht notorisch und schon gar nicht gewerbsmäßig.

 

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.